FAQs für Waffenbesitzer
Hier werden oft gestellte Fragen beantwortet.
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Wie können Wechselläufe von Austauschläufen unterschieden werden?

​Der Wechsellauf wird vom Büchsenmacher eingebaut (Werkzeug und Maschinen sind notwendig).

Merke: „W“ wie Werkzeug = Wechsellauf

Den Austauschlauf kann der Jäger /Sportschütze selber einbauen (kein Werkzeug erforderlich).
Leider wird dieser Zusammenhang im allgemeinen Sprachgebrauch meistens verkehrt herum angewendet.
Von der Häufigkeit her gesehen, gibt es wesentlich mehr Austauschläufe als Wechselläufe.

Werden Waffenbesitzverbote auch im NWR gespeichert?

Ja, Waffenbesitzverbote werden als wesentlicher Bestandteil der Erlaubnisse im NWR geführt. Die Rechtmäßigkeit der Speicherung von Besitzverboten ergibt sich aus dem NWR-Gesetz. Hierbei ist es nicht relevant, ob die betreffende Person zuvor eine waffenrechtliche Erlaubnis hatte.
Waffenbesitzverbote werden bereits regelmäßig dem Bundeszentralregister und den Landeskriminalämtern für die polizeilichen Auskunftssysteme durch die Waffenbehörden übermittelt.

Werden auch Lichtbilder (AZR) im NWR erfasst?

Nein, Lichtbilder werden im NWR nicht erfasst. Dies wäre auch aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht zulässig.

Sind die Daten sicher?

Ja, das NWR-Gesetz und die Verordnung zur Durchführung des Gesetzes eines Nationalen Waffenregisters (NWRG-Durchführungsverordnung – NWRG-DV) regeln umfassend alle Fragen zur Gewährleistung einer sicheren Datenübermittlung und IT-Sicherheit. Ziel ist ein durchgängig hohes Sicherheitsniveau für den Datenaustausch zwischen Waffenbehörden und Registerbehörde und die Datenspeicherung.

Meine Waffenbehörde hat mich angeschrieben und will für das Nationale Waffenregister Auskünfte zu meinen Waffen haben. Bin ich zur Antwort verpflichtet und warum sind diese Auskünfte erforderlich?

Die Waffenbehörden sind verpflichtet, bis 2017 Ihre vorhandenen Daten gemäß dem seit 01.01.2013 anzuwendenden Standard XWaffe anzupassen. Hierin liegt auch der Grund für die Anfrage Ihrer Waffenbehörde. Wer wüsste besser über ihre Waffen Bescheid als Sie? Daher können Sie Ihre Waffenbehörde im Rahmen Ihrer Mitwirkungspflicht (§ 39 WaffG) sehr unterstützen.

Was passiert wenn ich als Waffenbesitzer nicht die geforderten Auskünfte erteilen kann?

In solchen Fällen helfen in Absprache mit der zuständigen Waffenbehörde evtl. Fotos der Waffe. Möglicherweise können die Daten auch durch die Vorlage der Waffe bei Ihrer Waffenbehörde (nur nach Absprache mit dieser) oder dem Waffenhändler Ihres Vertrauens erfasst werden. Wenn Ihre Waffenbehörde evt. dann auch nicht mehr weiter weiß stehen wir den Kolleginnen und Kollegen und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Was ist XWaffe?

XWaffe ist der bundesdeutsche Behörden-Standard, der für die am NWR teilnehmenden Waffenbehörden verbindlich beschreibt, welche Daten (Personendaten, Erlaubnisdaten, Waffendaten) zu speichern sind und wie diese zu schreiben bzw. zu erfassen sind. Einen vergleichbaren Standard gibt es bereits im Einwohnermeldewesen und bei der Kfz-Verwaltung.

Welche Auswirkungen hat das NWR auf den privaten Waffenbesitzer?

Grundsätzlich einmal keine. Es werden ja keine neuen Daten erfasst. Die derzeit bei den Waffenbehörden vorhandenen, sehr heterogenen Daten werden aber erstmals standardisiert und bereinigt. Durch diese standardisierte Erfassung bzw. Bereinigung der Waffendaten werden die in Ihrem Besitz befindlichen Waffen präzise nach Katalogwerten erfasst und gespeichert. Dies kann evtl. zu Nachfragen bei Ihnen führen, damit die erforderlichen Daten aufgenommen werden können.
Die standardisierte Datenerfassung wird jedoch auf Dauer auch zu einer Entlastung bei Behörden und Ihren Kunden führen, da bei Umzügen und ähnlichem behördenübergreifend auf die bereits vorhandenen Daten zugegriffen werden kann.

Kann es vorkommen, dass auf einer Waffe oder einem Erlaubnisdokument andere Angaben zu lesen sind, als im Register gespeichert sind?

Ja. Da der Standard XWaffe verwendet wird. Er vereinheitlicht viele Bezeichnungen und Begriffe auf einen einheitlichen Wert. Bei den Munitionsbezeichnungen/Kalibern wird beispielsweise ein einheitlicher Wert erfasst, unabhängig von dem, was auf der Waffe oder in den Dokumenten steht.
Je mehr Waffendaten jedoch bereinigt werden, desto weniger unterschiedliche Angaben wird es zukünftig geben.

Müssen importierte Waffen in Deutschland unbedingt beschossen werden?

Importierte Waffen müssen dann in Deutschland beschossen werden (§ 3BeschG), wenn sie kein anerkanntes Beschusszeichen eines anderen CIP-Mitgliedstaates tragen. Auf die Ausnahmen gemäß § 4 BeschG wird hingewiesen.

Nachträgliche Festsetzung oder Vergabe von Seriennummern?

Für die Festsetzung bzw. Vergabe von Seriennummern in den Fällen des § 25 Abs. 2 WaffG sind in den Bundesländern die Beschussämter oder LKA’s zuständig (in einigen Bundesländer die Waffenbehörden selbst). Dieses wurde durch einen Erlass der Innenministerien 1980 festgelegt.

Welche Daten sind über mich im NWR gespeichert? Wenn Sie wissen wollen, welche Daten im NWR über Sie gespeichert sind, stellen Sie beim Bundesverwaltungsamt (BVA) den Antrag auf Auskunft zur Person:
Sind Signalstifte eintragungspflichtig und wie werden diese standardisiert? Grundsätzlich sind Signalstifte die das Zulassungszeichen „PTB im Kreis“ haben, erlaubnisfrei und sind nicht im NWR zu Führen.
Sollte es sich um einen Signalstift ohne Zulassungszeichen handeln, der mit einer Ausnahmegenehmigung vom BKA (da es sich evtl. um eine getarnte Schusswaffe handelt) besessen wird, standardisieren Sie diesen bitte folgendermaßen:
Signalstift (ohne PTB-Zulassung mit BKA-Ausnahmegenehmigung):
Kategorie: A
Waffentyp-Anlage1: als anderer Gegenstand getarnte Schusswaffe
Waffentyp-Feingliederung: getarnte Schusswaffe
Waffe/Waffenteil: komplette Waffe
Hersteller: Comet
Modell: Signalstift
Munitionsbezeichnung: 6/15mmSignal

Handelt es sich jedoch um einen Signalstift handeln, mit dem pyrotechnische Munition mit der Bezeichnung 6/15mmSignal verschossen werden kann (der als Schreckschussgerät eingetragen wurde), standardisieren Sie den Signalstift wie folgt:

Signalstift (ohne PTB-Zulassung):
Kategorie: B
Waffentyp-Anlage1: kurze Einzellader-Schusswaffe für Randfeuermunition (Ges.länge < 28cm)
Waffentyp-Feingliederung: Signalpistole
Waffe/Waffenteil: komplette Waffe
Hersteller: Comet
Modell: Signalstift
Munitionsbezeichnung: 6/15mmSignal
Modulare Waffen (Repetierbüchse z.B. Blaser R93, Blaser R8, Merkel Helix, Sauer 202)

?Da bei den modularen Waffen wesentliche Waffenteile, wie Lauf und Verschluss austauschbar und kombinierbar sind, empfehlen wir die Zerlegung der kompletten Waffe in wesentliche Waffenteile.

1. Grundwaffe erhält den Status „zerlegt in wesentliche Teile“
2. Neuanlage des Laufes, bzw. Austauschlauf als Waffenteil gemäß dem Katalog „Waffe/Waffenteil“
3. Neuanlage des Verschlusses („Waffe.neu“) als Waffenteil gemäß dem Katalog „Waffe/Waffenteil“

Werden auch Leinengewehre und -pistolen im NWR erfasst?

Leinengewehre und -pistolen fallen aufgrund Ihrer Zweckbestimmung nicht unter das Waffengesetz. Leinengewehre oder Leinenpistolen werden u.a. in der Seenotrettung eingesetzt, um mittels dieser Waffe ein Rettungsseil über größere Distanzen z.B. auf ein Schiff zu schießen. Maßgeblich hierfür ist § 1(2) WaffG i.V. m. Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Ziffer 1 WaffG. Da diese Geräte nicht dem WaffG unterliegen ist eine Speicherung im NWR nicht vorgesehen.

Schusswaffen mit Leinenwurffunktion
Ist ein Gerät sowohl zum Abschuss von Munition im Sinne der Anlage 1 WaffG, als auch von Leinen/Leinenträgern bestimmt, so ist in einem solchen Fall die waffenrechtliche Zweckbestimmung weiterhin gegeben und es handelt sich um eine Schusswaffe gemäß WaffG. Die richtige Einschätzung des Verwendungszweckes ist hierbei von Bedeutung und ist vom Einzefall abhängig.

Was es nicht alles gibt? Miniatur-Tontaubenflinten

In der letzten Zeit wurde mehrfach die Frage an die NWR-FL herangetragen, wie man eine sogenannte „Miniatur-Tontaubenflinte“ oder auch „Miniatur-Wurftaubenflinte“ im NWR XWaffe-konform standardisiert und erfasst.

Bei den hier bekannten Waffen der Firma Anschütz handelt es sich in jedem Fall um Flinten. Die Waffe mit der Bezeichnung „Miniatur-Tontaubenflinte“ ist eine Repetierflinte und die Waffe mit der Bezeichnung “Miniatur-Wurftaubenflinte“ ist eine Einzelladerflinte. Der Unterschied zwischen diesen beiden Waffenarten ist das Vorhandensein eines Magazins bei der Repetierflinte. Aufgrund des Kalibers können beide NICHT zum sportlichen Schießen auf Wurfscheiben genutzt werden.

Wir empfehlen Ihnen die „Miniatur-Tontaubenflinte“ wie folgt zu standardisieren:


Kategorie: C
Waffentyp Anlage 1: lange Repetier-Schusswaffe (Lauflänge > 60cm)
Waffentyp Feingliederung: Repetierflinte
Herstellerbezeichnung: z.B. Anschütz
Modellbezeichnung: Miniatur-Tontaubenflinte
Munitionsbezeichnung: z.B. 6mmFlobert


Die Miniatur-Wurftaubenflinte sollte wie folgt standardisiert werden:

Kategorie: D
Waffentyp Anlage 1: lange Einzellader-Schusswaffe mit glattem Lauf / glatten Läufen
Waffentyp Feingliederung: Einzelladerflinte
Herstellerbezeichnung: z.B. Anschütz
Modellbezeichnung: Miniatur-Wurftaubenflinte
Munitionsbezeichnung: z.B. .22lr (Hinweis der FL: Das Patronenlager ist in .22lr, die Waffe ist aber nur für die Verwendung von Kleinstschrotpatronen mit diesen Abmessungen ausgelegt.)

Werden auch Munitionshersteller in den Herstellerkatalog des NWR aufgenommen?

Derzeit erfolgt nur eine Aufnahme von Waffenherstellern. Sollte für bestimmte Erlaubnisse (z.B. für Munitionssammler) eine Firmenbezeichnung erforderlich sein, so ist diese als „einfacher Text“ in das jeweilige Datenfeld einzugeben.
Im Falle einer NWR-Erweiterung um die strukturierte Abbildung von Munition (z.B. im Zusammenhang mit dem Rechtskomplex der Verbringungen) wird die FL eine entsprechende Katalogerweiterung prüfen.

Wie sind Dummy-Launcher (z.B. Röhm Rapid Launcher PTB 795) im NWR zu speichern?

?Dummy-Launcher sind aufgrund ihrer Zweckbestimmung keine Waffen im Sinne des WaffG. Aus diesem Grund erfolgt auch keine Speicherung im NWR. Die PTB-Nummer bezieht sich auf eine technische Zulassung durch die PTB, es handelt sich hierbei NICHT um das Zeichen „PTB im Kreis“, das für erlaubnisfreie Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen verwendet wird.

Sind Waffen aus dem NWR auszutragen, wenn diese z.B. durch unsachgemäße Aufbewahrung, stark verrostet sind?

Nein. Schusswaffen gelten auch bei starkem Rostbefall oder Beschädigungen weiterhin als „scharfe“ erlaubnispflichtige Schusswaffen. Solange eine Waffe mit allgemein gebräuchlichem Werkzeug (Baumarkt) wieder in einen Zustand versetzt werden kann, der die Abgabe von mindestens einem einzigen Schuss zulässt, liegt keine Unbrauchbarkeit vor. Auch dann nicht, wenn die Waffe bereits bei der ersten Schussabgabe zerstört würde.
Aktuell sind alle Schusswaffen, die als unbrauchbare Dekorationswaffen aus einer Erlaubnis ausgetragen werden sollen, einem Beschussamt zur Zertifizierung der Unbrauchbarkeit vorzulegen. Erteilt das Beschussamt ein entsprechendes Zertifikat, ist die Waffe durch die Waffenbehörde in den Status „Umbau in Dekowaffe“ zu setzten und aus der WBK auszutragen.

Wieso fehlen in dem Kaliberkatalog die bekannten Bezeichnungen für Schrot in 12/67,5 und 12/76 Magnum?

Der Kaliberkatalog ist ausgelegt für die Standardisierung von Schusswaffen. Bei den genannten Bezeichnungen handelt es sich um „Munitionskaliber“, nicht um „Waffenkaliber“. D.h. es gibt keine Schusswaffen mit Patronenlagern in diesen Abmessungen.

Schrotpatronen mit einer Hülsenlänge von 67,5mm sind für Schusswaffen konstruiert, die mindestens ein Patronenlager mit 65mm langem Lager haben. Der Zusatz „Magnum“ bezieht sich nicht auf die Abmessungen einer Schrotpatrone, sondern auf den Beschuss der Waffe. Die gängigsten Schrotkaliber sind 12, 16 und 20. Seltener sind 10, 24, 28, 32 und .410.

Die gängigsten Hülsenlängen sind 70 und 76 mm und werden vom Kaliber durch einen „ /“ getrennt (Beispiel 12/70). Es gibt zudem bei alten Waffen oftmals auch Hülsenlängen von 65mm und bei modernen Magnumwaffen auch bei den Kalibern 10 und 12 auch Hülsenlängen von 89mm.